rallystart

12. November 2009


Lange war es angekündigt, nur ist der da! Der neue Rennwagen. Nach knapp einer Woche Einfahren, war er am vergangenen Wochenende bereits fit für den ersten Trip. So kam manch einer zu der Erfahrung, dass Samstags die Route de Pêche ein Traum ist, Sonntags allerdings ätzend überfüllt mit Touristen in ihren dicken Allrad-Kisten, die sie nicht über die 20km/h gedrückt kriegen. Ansonsten Ouidah: Klein und ruhig. Der Hinweg am Strand: Ein Traum. Die Mangos im Garten von Valère: Wunderbar fruchtig. Und schließlich die Autositze: Der größte Comfort seitdem es Benin gibt. Wer wills selbst sehen? Der da.

kuabo!

27. Oktober 2009

salut. Ich sitze gerade in einer Unterrichtsstunde, die Schüler arbeiten, ich warte. Gehts voran? Eher wenig. Grafikdesign und Website Programmierung ist eben doch ein schwieriges Thema, wenn erst Dinge geklärt werden müssen wie: “Wie schalte ich ordnungsgemäß meinen PC an?”, “Wie starte ich ein Programm, wenn ich es nicht auf dem Desktop finde?”. Es wird schon werden. Oder eben nicht.

Nach über zwei Monaten habe ich es auch endlich geschafft mich ein wenig zu bewegen und Sport zu treiben. Zwar haben die Basketballer hier ne andre Spielweise aber das wird schon. Ist zumindest ne gute Vorbereitung um wieder Rugby zu zocken, wenn man in Deutschland ist. Basketball ist nämlich vor allem eines hier, körperlich. Dementsprechend sicher fühlte ich mich dann auch in meiner ersten Runde. Sonntag Morgen. 8 Uhr. Offizielles Spiel. Man wechselt mich ein und sagt mir: “Wenn du kacke spielst, kommst du wieder raus!” Auch das wird schon werden. Oder eben nicht.

Momentan ist wieder mehr Bewegung drin, ne Zeit lang hatte ich das Gefühl, dass die Hitze hier alles erlahmen lässt. Ganz anders als bei uns, wo Hitze einem hohen Maß an Bewegung entspricht. Unsere Bewegung am Wochenende bestand beispielweise darin, zu einer Totenfeier zu gehen, sich kostenlos voll zu Essen, und danach wieder abzuhauen. Das direkte Abhauen lag nicht an mir, es scheint hier einfach nur so üblich. Sobald die Essensteller leer waren wurden die mitgegangenen Mitarbeiter des CEMAAC alle ungeduldig und wollten abhauen. Somit wurde ich zum schnellem Aufessen und Austrinken gezwungen. Und durfte meinen vollen Magen anschließend auf einer angenehmen Zem-Fahrt ordentlich durchschütteln. Leider konnte ich meinen Fisch nicht aufessen, aber auch dieser fand seinen weg. Denn kaum drei Sekunden nachdem ich aufgestanden war, schnappte sich ein kleines Kind meinen Teller und ließ es sich gut gehen. So einfach kanns gehen. Oder eben nicht.

Zum Schluss möchte ich noch auf 3 Dinge hinweisen. Zum ersten will ich Werbung für ein Jahcoustix Konzert heut Abend in Cotonou machen. Anschließend möchte ich auf neue Fotos hinweisen, die vom Dach aus gemacht wurden. Und wenn das alles fertig ist, will ich ganz nebenbei mitteilen, dass ein Auto gekauft wurde. Gestern Abend. Peugeot 504. Schönes Teil. Oder eben nicht.

Newsflash!

21. Oktober 2009

Die Durststrecke war lang, doch es ist wieder halbwegs instabil. Das Internet. Der Bedarf bei der Arbeit ist aber sowieso gesunken, sodass man auch ohne das WWW auskommt. Wasserausfall ist da nerviger. Und sie häufen sich in den letzten Wochen. Bis zu 4-5Tagen am Stück. Aber man gewöhnt sich an allles.
Außerdem ist ja alles andere schön. Der Regen, der immer öfter kommt. Und Feste. Feste zur Genüge. Ein Freudenfest als sich Benin für den Fußball Afrika Cup qualifizierte, eine deutsche Botschaftsparty mit guter deutscher Wurst, und Partymeilen am Sonntagabend in Porto-Novo. Partymeilen. Private Feste. Man stellt ein großes Zelt auf und sperrt damit die komplette Straße ab, anschließend kleidet sich jede Familie in ihr Familiengewand, und zu guter letzt wird darum gebattelt wer am Ende des Abends die meisten 0,67l Bierflaschen auf dem Tisch stehen hat. Fast wie zu Hause also…

…was in der deutschen Botschaft war. Zu Deutschem Bier, gabs Leberkäs und Würstchen, Brötchen und viele Weiße. Muss man nicht jeden Abend haben, aber alles was gratis ist, nimmt man eben mit. Der Rückweg gestaltete sich fast interessanter. Da man auf die gute Idee kam, die abgesperrte Straße am Präsidentenpalast zu nehmen, traf man bald auf eine Militärpatrouille. Da man ja gott sei dank Touri ist, kommt man locker durch. Sogar an der 2ten Patrouille, die gleich noch mit einem hübschen Panzer
bewaffnet ist.
Warum diese Sicherheitsmaßnahmen? Auch dafür gibt es Erklärungen. Eine interessante Beobachtung, machte ich beispielsweise letzte Woche. Ein Revenant, ein von den toten Zurückgekehrter, lief auf der Straße rum, ca 20 Leute ihm hinterher. Plötzlich nahm die Zahl der Schaulustigen zu, und innerhalb einer halben Minute liefen der verkleideten Gestalt ca 300-400 Leute mit Stöcken bewaffnet hinterher. Bricht also hier das Chaos aus, braucht die Massenmobilisierung nicht lange. Und so merkt man dann auch schließlich endlich, wieviele Menschen eigentlich in der Straße und Umgebung leben.

Nach langer Zeit wurde nun mal wieder ein bisschen Reflektion betrieben, zum Schluss bleibt nur noch zu sagen, dass ich es wunderbar finde für 2,30€ einen Grill, Grillrost, Kohle und Spiritus gefunden zu haben. Wie einfach die Welt doch sein kann.
Bis die Tage!

Der Deutsche und der Beniner

20. Oktober 2009

Verbringt man Zeit in einer völlig unterschiedlichen neuen Kultur, so lernt man nicht nur einiges über die Neue, sondern vor allem über die Eigene. Plötzlich wird einem bewusst, wie stark man durch die Europäische Kultur geprägt ist. Wie Deutsch man doch wirklich ist. Eigentlich belehrend. Zu Wissen, wer man ist.

Der Deutsche

Der Deutsche ist ein einsames Wesen, tief zurückgezogen lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in seiner Höhle. Natürlich ist diese mit Alarmanlage gesichert, um sich vor der Gesellschaft zu schützen. Er ist Arbeitsgeil, kann niemals still sitzen, pünktlich, ordentlich, und vor allem Entscheidungssüchtig. Immer muss geplant und entschieden werden. Selbst wenn es darum geht den ganzen Tage nur zu gammeln, er muss sich dazu entscheiden. Es handelt sich um ein sehr kritisch eingestelltes Wesen. Die guten Dinge werden stets nur als in Ordnung bewertet und anschließend außer acht gelassen. Wichtig sind die negativen Dinge, an denen gearbeitet werden muss. Diese Eigenschaft stammt von seiner gigantischen Perfektionismussynapse, die es ihm verbietet, unfertige Sachen stehen und liegen zu lassen.

Der Beniner

Der Beniner schläft gerne. Wo ist eigentlich egal. Sei es im stehen, im sitzen, liegen oder laufen.  Zum Schlafen ist er all Zeit bereit. Er ist spontan, offen zu allen Menschen, und lässt sich ungern aus der Ruhe bringen. Zurückgezogenheit und Individualismus. Wichtig ist die Gesellschaft, was sie denkt, was sie fühlt, was sie tut. Er hat großem Respekt vor dem Alten, und wenig vor dem Jungen. Da er stets locker und glücklich ist, das Leben einfach auf sich zukommen lässt, sieht er stets nur das Positive in allen Dingen. Er liebt es große Reden zu schweifen,(im Umsetzen ist er noch am trainieren) und kehrt somit gerne mal das schlechte unter den Tisch. Das Schöne ist ja, dass der Tisch groß ist.

telefonat.

25. September 2009

*Klingel* Was geht? Alles klar? - Alles geht!

So nun muss mal wieder was gesagt werden. Ich möchte zunächst mit ein wenig Werbung beginnen. Sehr zu empfehlen ist das Kulturzentrum Ouadada in Porto-Novo. Jeden Mittwoch Theater, am Wochenende Konzert. Gute Leute, gutes Essen. Schöner Spot. Inzwischen mein persönlicher Hot Spot in meiner City. Das Theater ist stets sozialkritisch. Mal gegen Prostitution, das andere mal gegen Kinderarbeit, doch leider interessieren sich viel zu wenige Beniner Porto-Novos für Theater, dieses Interesse muss erst noch geweckt werden. Deswegen die Werbung. Danke.

Ansonsten kann ich es kaum erwarten nach dem letzten Wochenendtrip wieder weg zu fahren - es zieht einen in die Berge(600m Hügel) - deswegen muss auch endlich das Auto her. Es kommt. Bald. Die Arbeit ist inzwischen auch da. Seit dieser Woche arbeite ich 2mal die Woche in Cotonou beim Scoutisme Béninois und kam somit diese Woche in den Genuß meiner ersten Pizza seit über 2 Monaten. Gratis dazu gabs n fetten Magen-Darm Infekt. Unschöne Sache, unglaublich afrikanisch, uneuropäisch, sowas hat man noch nicht erlebt. Jetzt schon. Egal.

Währendessen freuen sich alle deutschen Beniner auf den 2. Oktober. Dort wird in der Botschaft der 3.Oktober gefeiert. RICHTIG! Der 3. am 2. sozusagen. Mit deutschen Bier und Leberkäs. DAS, wird mit sicherlich auch eine mehr oder weniger interessante Erfahrung. Bis dahin viel Glück, ein ruhiges Wochenende, ohne Krawallen!

à l’aube

24. September 2009

Mercedes

Man erlebe nun mal beispielsweise 6 Wochen lang urbanes Umfeld. Nach was sehnt man sich in dem Fall? Ruhe. Natur.
So packte manch einer seine Sachen und machte sich mit uns im Geländewagen auf die Suche nach einem stillen Örtchen. Suche bedeutete, den ganzen Tag Richtung Norden am Fluss Ouémé entlang, immer mal wieder in die Wildnis einschlagend, um ein angenehmes Örtchen zu finden, zwischendurch mal was zu Essen, oder in der Buvette in Ouinhi eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Am Ende des Tages landeten wir dann doppel so weit Weg wie es eigentlich geplant war. Nicht schlimm, die Fahrt war prächtig, und das mal wird prächtig.
So schlug man also am Lac Sele bei Sagon seine Zelte auf, und bereitete ein Feuer. Natürlich hatten wir Urbanisten nicht an so etwas wie Essen gedacht. Eigentlich gibts doch Essen immer überall, an jeder Straßenecke…Gott/Allah/Voudon sei Dank fanden uns zwei Jäger, die uns ein Eichhörnchen und Täubchen verkauften und sich von dem Geld einen wunderbaren Abend im Dorf machten. Wir spießten das Fleisch auf, und legten es übers Feuer. Am Ende gab es grandioses Eichhörnchen und Täubchen geräuchert und eine neue Geschmackserfahrung noch dazu.
Viel interessanter wurde aber dann die Nacht. Der Himmel bot ein Bild wie im Planetarium, halt nur in Echt…Sternschnuppen gab es auch zu genüge. Leider verscheuchten uns bald die zigtausend Mücken ins Zelt, die man die ganze Nacht noch drumherum hören konnte. Noch lauter war der See. Ich weiß nicht was ich gehört hab. Ich kann nur sagen, einiges. Unbekanntes. Aber wunderbares. Der Nächste Morgen brachte andere Geräusche. Stimmen. Um 6 in der früh standen 7 Fischer um unser Moskitonetzzelt herum, die Nacht unter freiem Himmel war prächtig, und guckten uns beim schlafen zu. Für ne Flasche Palmschnaps verschwanden sie dann um kurz nach 7 auch wieder.
Die Rückfahrt war schön und erfrischend. Das Frühstück in der Buvette lecker. Das wars. Ende. Tolles Ding. Achja, Anmerkung. Der Wagen lief gut, ich übte mich in meinem ersten Selbstversuch an der fahrenden Maschine. *Applaus* Dankeschön.
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